Rezensionen

Rezension zu „Ein Riss im Himmel“ von Jeannie A. Brewer

„Ein Riss im Himmel“ handelt von Alexandra und Eric, die sich auf den ersten Blick ineinander verlieben und sich schließlich in eine Beziehung voller Leidenschaft stürzen. Als Eric zufällig erfährt, dass er HIV-positiv ist, bricht für das Paar eine Welt zusammen. Sie versuchen alles um Eric zu retten – mehr Zeit zusammen ist alles, was sie wollen.

Cover: Das Cover ist ganz nett gestaltet, aber definitiv nichts Besonderes. Schade finde ich, dass das Cover weder etwas mit dem Titel des Buches, noch mit dem Inhalt zu tun hat.

Meine Meinung: Nachdem ich „Dem Horizont so nah“ von Jessica Koch gelesen und geliebt habe, bin ich sehr skeptisch an „Ein Riss im Himmel“ herangegangen. Beide Bücher behandeln das Thema HIV bzw. Aids — eine Thematik, die mich persönlich sehr interessiert und die ich als äußerst wichtig empfinde. Ich sollte mit meiner Skepsis recht behalten.

Das Buch startet mit der Beerdigung von Eric, somit war der Ausgang eigentlich schon vorweggenommen. Natürlich rechnet man mit seinem Tod, vor allem auch aufgrund des Untertitels „Nur die Liebe ist stärker als der Tod“, aber meiner Meinung nach war dieser Beginn einfach unnötig. Mir wurde eigentlich schon da die Lust zum Lesen geraubt.

Die Protagonisten und deren Liebesgeschichte machte es auch nicht besser. Für mich waren die Charaktere das ganze Buch über sehr blass, weshalb ich auch irgendwo keine Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Erics und Alexandras Liebesgeschichte wirkte konstruiert und ging für meinen Geschmack einfach viel zu schnell. Generell hatte ich das ganze Buch über das Gefühl, dass alles innerhalb von zwei, drei Monaten passierte, dabei erstreckte sich die Geschichte über mehrere Jahre.

Positiv herauszuheben ist der Schreibstil der Autorin, der sich angenehm und auch schnell lesen lässt. Jeannie Brewer hat definitiv eine philosophische Ader! Manche ihrer Sätze und Gedanken über die Liebe und das Leben waren wirklich wunderschön formuliert und regten mich zur Reflexion meines eigenen Lebens an. Allerdings gab es auch einige Stellen, an denen ich im Geiste die Augen verdrehen musste. Zum einen übertreibt sie es manchmal einfach, wie z.B. mit Sätzen wie „Er explodierte in einem Orgasmus von solcher Gewalt, wie ich es noch nie gesehen hatte“, zum anderen gibt es teilweise extrem komische Dialoge, die im echten Leben niemals auf diese Art stattfinden würden — zumindest kann ich mir das nicht vorstellen.

Fazit: Für mich leider eine große Enttäuschung. Die Geschichte konnte mich trotz der sensiblen Thematik emotional einfach nicht mitreißen. Obwohl ich sehr nahe am Wasser gebaut bin, musste ich bei „Ein Riss im Himmel“ keine einzige Träne vergießen — bei mir ein vernichtendes Urteil für ein Buch, das von Krankheit und Tod handelt.

Bewertung: 2/5 Sternen

Ein Riss im Himmel* von Jeannie A. Brewer – Fischer Verlag – Taschenbuch  – 288 Seiten – 8,95€

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