Rezensionen

Rezension „Die Endlichkeit des Augenblicks“ von Jessica Koch

Die Endlichkeit des Augenblicks von Jessica Koch
Rowohlt Verlag – Taschenbuch – 320 Seiten
ISBN: 978-3-499-27423-7 – 9,99 € / 3,49 € (E-Book)

Klappentext:

«Wenn du zwei Menschen zur gleichen Zeit liebst, dann entscheide dich immer für den zweiten, denn er hätte niemals dein Herz erobert, wenn der erste der Richtige gewesen wäre.» (Johnny Depp) Was aber, wenn du beide zur gleichen Zeit kennenlernst? Was, wenn es zwei Menschen sind, die eine große Last mit sich tragen? Eine Last, die sie wie ein unsichtbares Band miteinander verbindet? Wenn dein Herz dich zu beiden zieht, wen würdest du wählen? Denjenigen mit den körperlichen oder denjenigen mit den seelischen Wunden? Würdest du dich überhaupt entscheiden, wenn du wüsstest, welche endgültigen Konsequenzen deine Wahl mit sich bringt?  Eine Geschichte über vergebene Chancen. Eine Geschichte über das Trugbild des ersten Moments. Eine Geschichte über die Endlichkeit des Augenblicks.

(Quelle: rowohlt.de)

Cover/Gestaltung: 

Ich finde das Cover von Die Endlichkeit des Augenblicks außerordentlich gelungen. Sowohl die farbliche, als auch die verspielte textliche Gestaltung sprechen mich an. Wie auch schon bei den Covern der Danny-Trilogie mag ich das Spiel mit den Schatten und Silhouetten. Da keine Gesichter abgebildet sind, kann sich der Leser das Aussehen der Protagonisten durch die Beschreibungen im Buch selbst vorstellen.

Meine Meinung: 

Nachdem mir Dem Horizont so nah von Jessica Koch wirklich gut gefallen hat und ich jetzt schon sagen kann, dass es eines meiner Jahreshighlights 2017 ist, habe ich mich sehr auf ihr neuestes Buch gefreut. Leider war ich von diesem sehr enttäuscht.

Zwei Freunde, der eine, Basti, durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselt, der andere, Josh, ein seelisches Wrack, weil er sich die Schuld für den Unfall gibt, treffen auf eine junge Frau, Sam, die auch ihr Päckchen zu tragen hat. Und da fängt es schon an: Dieses Buch wimmelt nur so von Schicksalsschlägen und Problemen jeglicher Art. Es hätte meiner Meinung nach gereicht, wenn der Fokus auf die beiden Freunde und deren Schwierigkeiten gelegt worden wäre, aber nein, auch die weibliche Protagonistin hat eine autistische Schwester (die übrigens für die Geschichte selbst total irrelevant war) und selbst die Tiere sind in diesem Buch schicksalsbehaftet. Alles in allem war das einfach zu viel, die Stimmung fast ausschließlich deprimierend. Ich hätte mir gewünscht, dass Sam als weiblicher Charakter, eine Art Gegenpol einnimmt, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass durch sie zeitweise alles schlimmer wird.

Die Charaktere selbst fand ich auch nicht wirklich authentisch und ich konnte zu keinem eine wirkliche Beziehung aufbauen, da die Kapitel, die übrigens abwechselnd aus der Sicht von Sam, Josh und Basti geschrieben sind, sehr kurz sind und man dadurch keinen ausreichenden Einblick in die Gefühlswelt der Personen bekommt. Auch die Beziehungen zwischen den Charakteren, unter anderem die Liebesgeschichte von Sam und Basti, konnte ich teilweise nicht nachvollziehen, da die Dialoge eher schwach ausfielen.

Was ich dem Buch aber zugutehalten kann, ist der Schreibstil. Hätte sich dieser nicht so flüssig lesen lassen, hätte ich das Buch vermutlich abgebrochen. Auch hat es mich durch die schwierigen Thematiken, wie Behinderung und Depression, sehr zum Nachdenken gebracht. Ich fand es sehr toll einen Einblick in das Leben eines Rollstuhlfahrers zu bekommen und zu erfahren, wie so jemand seinen Alltag meistert. Es gab also durchaus Stellen, die mich auch berührt haben. Vor allem die Einträge aus dem Tagebuch von Joshs Mutter fand ich sehr gelungen.

Das Ende war mir allerdings wieder viel zu unglaubwürdig und für mich so ein klassischer „Augenverdreh-Moment“. Vor allem nach dem letzten Kapitel war ich sehr froh das Buch endlich beendet zu haben.

Mein Fazit:

Die Endlichkeit des Augenblicks ist keine leichte Kost und regt sehr zum Nachdenken an. Leider fand ich einige Handlungen sehr übertrieben und unrealistisch. Bei diesem Buch sollte man sich wirklich selbst ein Bild machen, denn ich kann mir vorstellen, dass es für andere Leser auch ein Highlight sein kann – für mich leider nicht.

Zu empfehlen für..

…Leser, die mal Lust auf eine etwas andere Liebesgeschichte haben und die gerne über VIELE Schicksalsschläge und Probleme lesen.

Bewertung: 2/5 Sternen

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Vielen Dank an den Rowohlt Verlag, der mir „Die Endlichkeit des Augenblicks“ als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

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